Peter Böhmer

Eine musikalische ArchitekTour durch Parallelwelten

Der Gitarrist Peter Böhmer, im Hauptberuf Architekt, beleuchtet in seinem Programm „MUSIKtektur/ArchitekTON“ die erstaunlich vielen Gemeinsamkeiten dieser beiden Künste.

Er führt auf unterhaltsame Weise in die Welt der (nicht nur) klassischen Gitarrenmusik ein und erläutert an zahlreichen Beispielen aus 3 Jahrhunderten mit welchen „Bausteinen“ Tonbaumeister ihre Musik gefügt haben.

Er hat dazu ein völlig neues Konzept erarbeitet, dass sowohl Konzert als auch Vortrag ist. Man kann es als kleine Einführung in (Gitarren-)Musik sehen (oder besser hören), als Reise durch Parallelwelten oder als musikalisch untermalte Geschichten-Erzählung. Im ersten Teil stehen zunächst strukturelle Aspekte im Mittelpunkt: Was ist eigentlich Musik? Woraus und wie ist sie „gebaut“; und hat damit schon automatisch den Bezug zur Architektur. Dabei steht aber immer der Spaß im Vordergrund. Alles ist ohne Vorkenntnisse leicht verständlich. Böhmer gelingt es auch ungeübten Hörern auf anschauliche Weise zunächst kompliziert „klingende“ Zusammenhänge zu erklären und öffnet seinen Zu-schauern wie Zu-hörern Augen und Ohren. Dabei sollen die Bilder aber in den Köpfen entstehen, denn Böhmer verzichtet ganz bewusst auf jeden Einsatz moderner Technik wie Bildprojektion oder elektrische Musikanlage. Er hat nur seine akustische Gitarre und seine Stimme, beides unverstärkt, unplugged wie man heute sagen würde.

Der zweite Teil ähnelt mehr einem „klassischen“ Konzert, da hier der musikalische Anteil weitaus höher ist. Aber Böhmer wäre nicht Böhmer, wenn er nicht auch hier einiges zu erzählen hätte. Durch den ersten Teil für die nun kommenden musikalischen Finessen gut vorbereitet, erfährt der Zuschauer/-hörer ganz nebenbei nun anekdotisches aus dem Leben der jeweiligen Komponisten, die man – wie man inzwischen weiß - mit Fug und Recht als Tonbaumeister bezeichnen kann.

Das Programm hat seinen Schwerpunkt zwar ohne Zweifel in der Musik, aber am Ende ist man doch auf einige erstaunliche Parallelen der beiden Welten Architektur und Musik aufmerksam geworden und nimmt fortan seine Umwelt mit kundigeren Augen und Ohren wahr.

Ort: Bürgerhaus

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